Donnerstag 13 Mai | Himmelfahrt

Wir lesen erstaunlich wenig in der Bibel über Jesu Himmelfahrt. Lediglich Markus und Lukas beschreiben das Ereignis, und sogar dann ziemlich sparsam mit nur einem Satz. In Apostelgeschichte wiederholt Lukas seine kurze Beschreibung, bevor er zu andere Geschehnisse herüberwechselt.

Hat es ihnen nichts bedeutet, dass es so wenig und einfach festgehalten wurde?

Vielleicht sollte ich mich fragen, was bedeutet dieses Ereignis für mich? 

Hat es überhaupt eine Relevanz, da ich Jesus nie als Mensch gekannt habe, habe nie seine menschliche Stimme gehört oder seine Berührung gespürt?


Wenn wir diese paar Zeilen am Ende der Evangelien mit den Berichten Jesu Kreuzigung vergleichen erleben wir jedoch etwas Entscheidendes:

Die Berichte der Kreuzigung sind gefüllt mit Angst, Verzweiflung und Verlorenheit. Jesu Jünger sind weggelaufen, ihre Welt ist zusammengebrochen, obwohl Jesus sie seit Jahren auf dieses Ereignis vorbereitet hat, ihnen sogar von seiner Auferstehung erzählt hat. Wenn er doch wieder bei ihnen erscheint erkennen sie ihm nicht mal wieder, oder wollen es gar nicht glauben. Er muss sich bei ihnen fast nochmal beweisen bevor sie an seiner Auferstehung glauben wollen.

Nach seiner Himmelfahrt sind Jesu Jünger genauso allein gelassen… Die Taufe mit Gottes Geist geschieht erst später, aber was für einen Unterschied in ihr Verhalten: Anstelle von Panik herrscht absoluter Frieden. Anstelle sich zu verstreuen, versammeln sie sich in Jerusalem, beten und vervollständigen wieder den Kreis der Jünger. Sie verzweifeln nicht, sondern hoffen, warten und bauen einander auf (siehe Apostelgeschichte 1, 12-26).

Denn in der Befreiung aus der Verzweiflung, durch Jesu Auferstehung und Sieg über den Tod und die Angst haben sie etwas Wichtiges gelernt: Gottes Wort ist wahr! Sie haben Vertrauen und Glauben gelernt, und können von nun an im Glauben leben. Was für einen Unterschied zu vorher!


Auch wenn wir nicht alles verstehen, auch wenn bei uns die Ereignisse scheinbar außer Kontrolle geraten, dürfen wir diese selbe Hoffnung in uns tragen, die Jesu Jünger damals erlebt haben. Diese Zwischenzeiten des Wartens sind Zeiten der Stärkung und der Vorbereitung, nicht Zeiten der Verzweiflung. Es sind Zeiten, wo wir vielleicht nicht viel tun können, aber Zeiten wo wir uns auf Gott konzentrieren dürfen. Und in seiner Ruhe wachsen wir und er bereitet uns auf den nächsten Schritt vor.

Ich wünsche dir eine gesegnete Himmelfahrt, gefüllt mit Vertrauen und Glaube!

Jean-Marc

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