Donnerstag 27 Mai | Frieden um jeden Preis?
Meint nur nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Nein, ich bringe Kampf!
Matthäus 10, 34
Wie passen solche Worte zu Jesus Aussage, er sei der Friedensfürst?
War Jesus an dem Tag vielleicht einfach müde und gereizt, und die Worte sind ihm versehentlich ausgerutscht? Können wir sie also getrost überspringen und uns mit seiner schöneren Aussagen über Frieden und Heilung beschäftigen?
Dies ist leider nur eine von vielen Aussagen der Bibel, die uns nicht so ganz gefallen, aber wir müssen uns trotzdem damit auseinandersetzen, den sie führen uns zu einem tieferen Verständnis Gottes.
Dr. Marin Luther King hat etwas hierin erkannt. Mitten in einer Eskalation von Protesten wegen der Teilnahme schwarze Studenten an der Universität Alabamas, gab es einige Tage Ruhe. Diese Ruhe wurde jedoch nur dadurch gewonnen, dass die neuen Rechtszugeständnisse zur schwarzen Bevölkerung kurzerhand zurückgenommen wurden. Als man Dr. King fragte, ob der wieder eingekehrter Frieden nicht wunderbar sei, antwortete er:
Dieser Frieden ist die Art von Frieden, die alle Menschen guten Willens hassen und die in Gottes Nase stinkt! Wahrer Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Spannungen, es ist die Anwesenheit von Gerechtigkeit.
Gott ist ein Gott des Friedens, aber er ist in erster Stelle ein Gott der Wahrheit.
Wo die Wahrheit nicht regiert, kann auch kein echter Frieden entstehen, den die Wahrheit und die daraus resultierende Gerechtigkeit ist die Basis des Friedens, und nicht anders herum.
Dies lesen wir auch in Johannes 8, Vers 32:
Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien!
In seiner Aussage aus Matthäus 10 verneint Jesus nicht seine Rolle als Friedensfürst, aber er warnt seine Jünger, dass sie in der Verbreitung Gottes Wahrheit sehr viel Gegenwind erfahren werden, und er ermutigt sie dabei nicht aufzugeben.
Auch wir, in unserem Streben nach Liebe und Frieden, dürfen diese Wahrheit nicht vergessen. So sehr wir Konflikte scheuen, wenn wir uns der Wahrheit entziehen, diese unterdrücken oder totschweigen, werden wir vielleicht eine kurze Zeit des Friedens gewinnen, aber zu welchem Preis?
Lasst uns vielmehr auf die Worte aus 1. Johannes 3, 18 achten und diese leben:
Meine Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.
Jean-Marc
Kommentare
Kommentar veröffentlichen