Donnerstag 6. Mai | ...wirklich immer?

In der Bibel lesen wir den Begriff Danken" über 200 Mal. Allein Paulus verwendet es 46 Mal.
Ich glaube, wir sind uns auch alle darüber einig, dass wir Gott danken sollten, es gibt soo viele Gründe dafür!

In der Bibel handelt es sich beim Danken jedoch nicht um eine höfliche Floskel, es handelt meist nicht mal darum, dass wir unsere Begeisterung für ein tolles Geschenk ausdrücken: Aus den 102 Vorkommnisse dieses Begriffs im Alten Testament verwenden 72 ein ganz bestimmtes Wort welches auf Deutsch übesetzt sowas wie "Durch Lobpreis und Dank bekennen, dass Gott DIE Wahrheit ist".

Wenn wir Gott danken, bekennen wir, dass das was er sagt die Wahrheit ist. Wir bekennen, dass er unser Schöpfer und Herr über Allem ist. Wir bekennen, dass er die Kontrolle hat, und zwar nicht nur im Allgemeinem, sondern bis ins kleinste Detail unser Lebens!
Wenn wir Gott so verstehen, dann sind die Worte aus 1 Tessalonicher 5,18 extrem wichtig:

Dankt Gott unter allen Umständen! Das alles will Gott von euch, und das hat er euch durch Jesus Christus möglich gemacht.

Diesen Vers ver-lesen wir oft als "Dankt Gott in allen Umständen", aber dies wird auch in Epheser 5,20 klargestellt:

"Lasst euch von Gottes Geist erfüllen.... indem ihr Gott, unserem Vater, im Namen unseres Herrn Jesus Christus allezeit und für alles dankt."

Wir sollen für ALLES dankbar sein, nicht nur für die schönen Dinge des Lebens, sondern auch für Leid und Trauer!
Das klingt erstmal extrem und ein klein bißchen masochistisch, aber verlieren wir nicht den Blick auf das Warum: Damit wir von Gottes Geist erfüllt werden!

Aber kann ich das wirklich, mich für Krankheit oder Tod bedanken?
Wir verwechseln leider zu oft Dankbarkeit mit Freude. Natürlich freuen wir uns nicht direkt über diese Sachen (das kommt noch), aber durch Danken bekennen wir, dass Gott auch über diese Situationen Herr ist, er hat sie im Griff und wir dürfen sie ihm vertrauensvoll überreichen. Wir überlassen ihm die Kontrolle darüber, wie es weiter geht.
Gott hat meist (... Ok, immer!) bessere Pläne als wir, Pläne, die Böses zum Guten wenden. Pläne, die nicht nur die Situation, sondern auch die Menschen verändern und Pläne, die uns ihm näher bringen und uns in ihm wachsen lassen. Pläne, die Heilung bringen.

Dieses Danken ist auch kein passives Zurücklehnen und Aufgeben.
In Hebräer 13, 15 lesen wir:

"Durch Jesus wollen wir Gott ein immer währendes Dankopfer bringen, denn das Lob aus unserem Mund ist unser Bekenntnis zu ihm."

Was wir bringen ist ein Dankopfer, es ist eine bewußte freiwillige Aktion die uns etwas kostet. Wir müssen bewußt tiefer blicken und das Gute suchen, und müssen dafür bereit sein, dass Gott unser Denken und Handeln komplett auf dem Kopf stellt indem er uns mit seinem Geist füllt.

Das Kreuz sah damals gar nicht gut aus und die Jünger haben an dem Tag nicht im entferntesten ans Danken gedacht, aber heute haben wir das unglaublich Gute im Kreuz erkannt und können Gott jeden Tag dafür danken und preisen. Sicherlich sind unsere Erlebnisse nicht ganz so Weltbewegend, aber auch sie kann und wird Gott wenden, wenn wir es nur zulassen und wenn wir nicht mehr so verbissen daran festhalten.

Lasst uns also an die Worte aus dem Psalm 100 Vers 45 denken und im Herzen verankern:

Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!

Es ist nicht einfach eine gute Idee, Gott zu danken, es ist nur so, dass wir in seine Gegenwart eintretten und von ihm erfüllt werden!

Jean-Marc
( Ich empfehle dazu das kurze Buch " Ich suchte stets das Abenteuer" von Merlin Carothers)

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